Letztes Wochenende hatte ich wieder das Vergnügen, eine neue Masterkursgruppe zu begrüßen.

Dies ist bereits mein 8. Masterkurs Tierkommunikation! Er geht über elf Monate mit sechs Seminar-Wochenenden. Vierzehn Teilnehmerinnen mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen und aus ganz unterschiedlichen beruflichen und privaten Kontexten trafen sich zu Seminar 1, um angeleitet durch mich die Grundlagen für die Tierkommunikation zu erlernen. Alle teilen ihr Leben mit tierischen Gefährten und sehnen sich danach, diese besser verstehen zu können. Wie oft habe ich schon einen Basiskurs gegeben? Ungefähr 30 mal. Es ist jedes Mal spannend und über die Jahre wird es nicht langweilig, sondern sogar immer spannender. Warum das so ist, davon möchte ich berichten.

Früher, vor einigen Jahren, als ich begann, Kurse zu unterrichten,…

… waren die Teilnehmer auch meist recht aufgeregt und hatten eine Art positiven Leistungsstress, denn sie wollten an einem einzigen Wochenende genügend Beweise für sich sammeln, um feststellen zu können: „Ja, es funktioniert mit der telepathischen Tierkommunikation! Ich habe wirklich reale und nachprüfbare Informationen von einem fremden Tier erhalten, die ich nicht aus anderer Quelle wissen konnte.“ Den meisten Teilnehmern gelang dieser innere Nachweis und sie gingen beschwingt und verblüfft nach Hause. Die meisten taten anschließend aber nichts weiter und beließen es bei einer faszinierenden Erinnerung an Fähigkeiten, die sie nie geglaubt haben, zu haben. Allerdings berichteten nicht wenige, dass ihr Verhältnis zum eigenen Tier sich verändert hätte. Der Blick auf das Tier ist anders, ganzheitlicher, wenn du ihm mehr Bewusstsein zubilligst, als in unserer Gesellschaft üblich ist. Unter diesem Blick gedeiht das Tier ganz anders und kann sich umfassender ausdrücken. Es wird mehr gehört und mehr gesehen.

Heute kommen immer öfter Teilnehmer in die Masterkurse, die bereits Vorwissen haben.

Manche haben bereits an einem Basiskurs Tierkommunikation teilgenommen oder sie haben vorher andere energetische Ausbildungen gemacht. Früher war das oft ein Reiki Grad. Inzwischen gibt es immer mehr Therapeuten, Heilpraktiker, Kinesiologen. Entspannungstechniken kennen heute fast alle, vom Yoga oder aus der Trommelgruppe. Oder durch eigene Meditationspraxis. Meditieren ist heute „in“. Hundetrainer tun es mit ihren Kunden. Ernährungsberater auch. Es ist wunderbar, dass Entspannung so mainstream geworden ist!

Natürlich sind auch heute noch Teilnehmer dabei, die sich zum ersten Mal an ein so „esoterisches“ Thema heranwagen. Sie profitieren aber von dem Erfahrungsschatz der anderen und lernen ebenfalls rascher als früher, wichtig ist die eigene Motivation und regelmäßiges Üben.

Heute ist die telepathische Tierkommunikation nicht mehr unbedingt der erste Schritt, um energetische Fähigkeiten zu entfalten, sondern eine logische Konsequenz aus der eigenen spirituellen Weiterentwicklung. Eine Teilnehmerin berichtete „Ich habe schon vor langer Zeit begriffen, dass meine Tiere mit mir sprechen. Nun möchte ich endlich aktiv werden um zu verstehen, was genau sie mir sagen.“

Die meisten Teilnehmer wissen bereits, dass die Tierkommunikation funktioniert.

Sie haben bereits tolle Erfahrungen mit beauftragten Tierkommunikationen gemacht oder eine Freundin kann es bereits und konnte ihnen bei einem Problem weiterhelfen.

Aufgrund der Vorerfahrungen und der veränderten Offenheit wundert es nicht, dass die Ergebnisse aus den Tiergesprächen schon im ersten Seminar immer umfassender und verblüffender werden. Da werden bereits komplexe Persönlichkeitsanalysen von Tieren nach Foto durchgeführt. Einige fühlen bereits emotionale Stimmungen, andere eher körperliche Blockaden. Es werden bereits Antworten auf Fragen empfangen. Anders als früher können wir in der Gruppe nur noch wenige Tiergespräche gemeinsam führen, da die Ausführlichkeit immer mehr Seminarzeit in Anspruch nimmt.

Immer umfassender werden von Mal zu Mal die Ergebnisse der ersten Tiergespräche. Ich würde sagen, dass heutzutage einige Teilnehmer bereits im Basiskurs so versiert sind, wie vor einigen Jahren Absolventen der ersten angebotenen Ausbildungen. Was viele können, lernt sich leichter! Die Schwingung in der Gesellschaft zu diesem Thema verbessert sich. Tierärzte, Therapeuten, Trainer akzeptieren immer öfter diesen früher nur belächelten telepathischen Ansatz. Möchten manchmal die Tierkommunikation sogar selbst erlernen und anbieten.

Das Berufsbild der Tierkommunikatorin ändert und erweitert sich

Wurden früher Tierkommunikatorinnen schon bewundert, weil sie mit wenigen Sätzen ein paar stimmige Beschreibungen vom Tier nur über ein Foto empfangen konnten, so kann man bei der neuen Generation an Tierkommunikatorinnen wahrnehmen, dass sie mehr erreichen. Es finden Spezialisierungen auf Tierarten, Problembereiche, Seinsebenen statt.

Heute erwarten Kunden oft tiefgreifende Botschaften und ganzheitliche Lösungsansätze für Konflikte mit dem Tier. Heilung und Linderung von Gemüt, Traumata, Alltagskonflikten, Harmonisierung von Beziehungen geraten in den Fokus. Sahen sich früher Tierkommunikatorinnen eher als Botschafterin oder Übersetzerin der Tiere, so werden sie jetzt oft  – teils ungewollt – zu Beraterinnen, zu Coaches von Mensch und Tier. Zum Bindeglied zwischen Tierhalter, Tier und Therapeut oder Trainer.

Wer da mithalten möchte, kann nicht länger nur seinen telepathischen Muskel trainieren. Auch soziale und beratende Fähigkeiten sind gefragt. Ich selbst erlebte bei einer sehr prominenten Tierkommunikatorin, wie diese meinen Hund in seinem Ist-Zustand perfekt erfasste, sie beschrieb sein Wesen, seinen Körper und seine Seele mit allen Facetten. Für meine Fragen an ihn hatte sie dann aber keine Zeit mehr (oder kein Interesse). Ich bewunderte ihre Versiertheit, staunte über ihre selbstherrliche Art, war schockiert über den Zeitpunkt, an dem es ihr „genug“ erschien. Alles, was sie mir über meinen Hund mitteilte, wusste ich ja bereits! So hatte sie im Grunde nur bewiesen, dass Tierkommunikation möglich ist. Heutzutage wissen das aber die meisten bereits. Sie wollen mehr!

Berufserfahrung kann auf Dauer eine Ausbildung wettmachen, aber zu welchem Preis?

Ohne Berufserfahrung neigt man leider auch dazu, viele Fehler zu machen. Ich glaube nicht, dass sich viele in diesem Beruf halten können, die nicht auf die wichtigsten Fallstricke vorbereitet sind.

„Ach, man braucht doch keine Ausbildung dazu! Um mit Tieren zu sprechen braucht man in erster Linie ein offenes Herz.“ Las ich vor kurzem. Weit gefehlt. Das offene Herz zu erlangen ist allein schon für sich genommen eine richtige Lernaufgabe, denn wir werden vielleicht damit geboren, aber aufgrund unserer Erziehung und Prägung wird es dann meist bald sehr verschlossen.

Und auch mit offenem Herzen brauchen wir viel Übung, um versiert zu werden. Und um das Selbstbewusstsein zu erhalten, aus dieser Arbeit einen Beruf zu machen, mit dem wir praktisch zu jeder Tageszeit telepathisch tätig werden können. Und um das ganze kompetent zu tun, ist noch mehr erforderlich.

Vor 2 Jahren hatte ich eine Teilnehmerin, die sich weigerte, Beratung zu erlernen.

Sie hatte energetische Tierheilung gelernt und hielt die Tierkommunikation für ein rein intuitives „Business“, bei dem sie nicht weiter auf Menschen eingehen wollte und nicht zielgerichtet agieren wollte. Ihr lägen vor allem die „Tierchen am Herzen“, versicherte die ehemalige Düsseldorfer Bankangestellte. Sie wollte Stimmungslagen erfühlen, in alte Leben hineinschnuppern, aber nichts weiter mit den aktuellen Problemen der Kunden zu tun haben oder diese gar lösen.  Die Zeit, in der Tierkommunikation ein geeignetes Berufsfeld für menschenscheue Tierfreunde war, aber meiner Ansicht nach jedoch vorbei.

Wir haben eine wachsende Zahl an qualifizierten Tierkommunikatorinnen, und die Antworten, die -Tierbesitzer heute brauchen, wachsen mit ihnen. Berufserfahrung, eine fundierte Ausbildung (weit mehr als ein Basisseminar ist erforderlich!), telepathische und kommunikative Fähigkeiten, Selbstschutz, professionelle Begleitung für leidende Tiere und (mit)leidende Menschen werden immer mehr gefordert. Bei der Sterbebegleitung oder bei der Betreuung von schwer kranken oder misshandelten Tieren ist sehr sorgsames, einfühlsames, aber auch vorsichtiges Agieren wichtig. Nur so kommt das Berufsbild immer mehr aus einer esoterischen Ecke heraus.

Ich halte es nicht für erforderlich, dass man neben der Tierkommunikation noch weitere Dienstleistungen anbietet. Dennoch helfen verschiedene Ausbildungen natürlich dabei, den Beruf immer kompetenter auszuüben. Aber allein von einer gut gehenden Tierkommunikation Praxis lässt sich leben, da die Nachfrage steigt und auch die Bereitschaft, Geld dafür auszugeben.

Das Problem der Ausbildungsqualität

Bei den Ausbildungen und Kursen gibt es große Unterschiede, preislich und qualitativ.
Es gibt leider den Trend, sich nach dem Basiskurs, weitgehend ohne Berufserfahrung, direkt selbst als Kursleiter zu betätigen. Hier rate ich Kunden zur Vorsicht! Man sollte die Angebote prüfen und vor allem auch die Qualifikation der Kursanbieterin.

Wie lange unterrichtet die Anbieterin bereits? Hat sie schon mal als Tierkommunikatorin gearbeitet oder versucht sie, über Kurse schneller zu verdienen? Kann sie Angaben zu der Methode machen, nach der sie unterrichtet oder macht sie ihr eigenes „Ding“? Etwas Eigenes zu stricken ist nur was für Profis.

Am besten ist es, wenn man sich von jemand anleiten lässt, der einen persönlich in Punkto Tierkommunikation überzeugt hat. Es ist dann leider immer noch möglich, dass diese Person das Wissen nicht gut an andere weitervermitteln kann.

Ich rate davon ab, mehrere Tausend Euro in eine Tierkommunikation Ausbildung zu stecken, ohne dass der Anbieter wirklich gute Referenzen hat. Auch von reinen Online Ausbildungen zur Tierkommunikatorin, die monatelang rein online ablaufen, rate ich ab. (Warum, kannst du hier lesen).

Weiter ist bei der Ausbildung wichtig, dass es eine Gruppe gibt, in der man sich gegenseitig unterstützt. Allein von einer Lehrerin im Zwiegespräch kann man diesen Beruf nicht kompetent erlernen. Wir brauchen viele Tiergespräche, viele Tierbesitzer und viele Feedbacks. Woher nimmt man die, wenn nicht aus einer Gruppe? Das Netzwerk der Gruppe ist auch wichtig für die Zeit nach der Ausbildung. Hier bilden sich Netzwerke, die man als Dienstleisterin dringend braucht. Vor allem für die erste Zeit.

Wann macht eine Ausbildung zur Tierkommunikatorin Sinn?

Oft werde ich gefragt, ob man immer eine Ausbildung braucht, um mit Tieren zu kommunizieren oder ob der Basiskurs ausreicht. Ich antworte immer wie folgt: Wenn du es nur für dich lernen willst, reicht der Basiskurs und vielleicht noch ein Aufbaukurs aus. Am besten vertiefst du anschließend deine Fähigkeiten, indem du eine Übungsgruppe gründest (das geht auch über Entfernung) oder du machst es gleich von Anfang an mit einer Freundin zusammen, ihr übt dann regelmäßig zu zweit weiter. Je mehr du übst, und je öfter du dich mit dem Thema beschäftigst, umso einfacher wird es. Ich habe meinen Basiskursabsolventen eine Lerngruppe bei Facebook zur Verfügung gestellt, in der sie sich auf gehobenem Niveau austauschen und auch Tiergespräche verabreden können.

Wenn du die Fähigkeit beruflich anwenden willst, also Tierkommunikationen als Dienstleistung anbieten willst, brauchst du weitaus mehr als einen Basiskurs. Ich behaupte, ohne eine Ausbildung geht das gar nicht. Es fehlen nicht nur die telepathischen und kundenorientierten Fähigkeiten, sondern auch die erforderliche Souveränität.

Das können nur sehr selbstbewusste Menschen ohne ein Netzwerk und eine fundierte Ausbildung durchhalten. Und auch nur, wenn sie bereits Kunden haben. Und auch diese können Gefahr laufen, dass enttäuschte Kunden ihnen den Weg zum Erfolg blockieren. Wer Dinge verspricht, die er nicht halten kann, begibt sich ohnehin auf ein dünnes Eis.

Mein Traum ist es, dass eines Tages alle Menschen mit Tieren sprechen können!

Ich finde es wunderbar, dass immer mehr Menschen mit Tieren sprechen und dies auch anderen anbieten. So werden wir immer ein kleines bisschen mehr zu der Welt, in der Menschen und Tiere harmonisch und friedvoll koexistieren können. Und immer mehr Menschen verspüren aufgrund der neuen Verbindung eine tiefe Sehnsucht, Tiere und Natur zu schützen.

Ich empfinde die Tierkommunikation als einen wunderbaren Weg, sich selbst besser kennen zu lernen und mehr Verständnis für Natur, Tiere und andere Menschen zu erhalten. Es soll ein Weg sein, den immer mehr Menschen gehen können.

Dir wünsche ich, dass du diesen wundervollen Weg auch betrittst oder weitergehst! :)