Fallbeispiele

Muriel – das leidige Thema Unsauberkeit bei Wohnungskatzen

Fallbeispiele Tierkommunikation

Wie Tiergespräche helfen können ✨

Muriel ist eine 1,5-jährige Europäisch Kurzhaar, kastriert, seit dem Kittenalter ist sie Wohnungskatze bei Beatrice.

Anlass der Tierkommunikation: Muriel pinkelt ins Bett. Beatrice möchte die Ursachen verstehen und abstellen. Unsauberkeit bei Wohnungskatzen ist leider nicht gar selten. Dieses Fallbeispiel beruht auf einem realen Tiergespräch; Namen und Foto wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Tiergespräch mit Muriel – erster Eindruck 👀
Muriel ist zwar ansprechbar, möchte jedoch zunächst Distanz wahren. Der Schwanz schlägt, sie wirkt sensibel, etwas unreif und unterfordert. Sie ist wenig geübt im Kontakt mit Fremden, hat insgesamt wenig erlebt und erscheint einsam, phasenweise fast depressiv.

Dein Frauchen möchte wissen, warum du dein Pipi auf ihr Bett machst?💬
Auf diese direkte Frage zieht sich Muriel zunächst beleidigt und verunsichert zurück. Danach macht sie mir klar: Das Pinkeln ist eine Botschaft an Beatrice. Muriel fühlt sich nicht genug beachtet und manchmal wie eine Nebensache. Der Tag ist sehr lang, um sich in der Wohnung allein zu vergnügen. Sie ist eine junge Katze und ihr fehlen Abwechslung und Anregung. Sie berichtet, dass Beatrice von morgens bis abends weg ist und sie sich viel langweilt. Vor allem, wenn Beatrice abends noch weg geht, ist es schlimm für Muriel. Da fühlt sich Muriel nicht genug wahrgenommen.

Beatrice ist eine schlanke Frau mit längeren dunklen Haaren, die aus Muriels Sicht viel unterwegs und für sie manchmal schwer zu greifen ist. Muriel hat das Gefühl, sie kommt nicht zu ihr durch.

Was kann Beatrice tun, damit du dich wohler fühlst?
Hier kommt von Muriel eine klare Botschaft an Beatrice: „Mach mein Leben so, dass es mir gut damit geht. Dann denke ich gar nicht mehr daran, irgendwo hinzupinkeln. Ich fühle mich nämlich auch nicht wohl dabei, wenn ich das tue, da mir Sauberkeit wichtig ist! Ich bin keine glückliche Katze. Versuche bitte, dich in mich einzufühlen.

Was lässt dich manchmal schreckhaft und unsicher sein? Wie kann Beatrice dir da helfen?
Keine Antwort.

Wovor hast du Angst? Kannst du mir das sagen?
„Wenn etwas laut ist. Wenn etwas neu ist oder anders.“ Muriel ist unsicher und unflexibel. Sie hat Anpassungsstörungen und fühlt sich tendenziell schnell ausgeliefert, ihr fehlt Selbstbewusstsein und Urvertrauen.

Seit wann hast du Ängste und Scheu? Gab es einen Auslöser?
„Nein. Nichts, was mir bewusst ist. Ich war immer so, glaube ich.“
Es scheint eine generelle Unsicherheit zu sein, Teil von Muriels Wesen, was vielleicht auch mit dem Mangel an Erfahrungen/ Erlebnissen in Muriels Leben zu tun hat. Inzwischen wirkt sie mir gegenüber aber viel zutraulicher und weniger aufgeregt.

 

Wünschst du dir etwas, kann Beatrice etwas verändern, damit du dich sicherer und wohler fühlst? Sag es ihr gern direkt über mich.
„Schenk mir dein Herz! Nimm mich wahr und sorge dafür, dass es uns beiden gut geht. Tu was, damit ich mich nicht so langweile. Ich brauche nicht nur ein bisschen Spielzeit, sondern möchte Teil von etwas sein.“

Muriel zeigt zwei helle Zimmer im zweiten Stock. Es gibt Sprungmöglichkeiten und einen Kratzbaum, jedoch keinen katzensicheren Balkon, keine erhöhten Fensterplätze und keinen Catwalk. Der Ausblick bietet wenig Reiz. Sie wünscht sich „mehr Abwechslung und Kontakte“, gern auch eine Artgenossin. Alternativ wäre ein passender anderer Lebensort denkbar.

Rückblick auf Muriels Vorgeschichte 🐾
Muriel wächst in einem dunkleren Gebäude auf (Scheune/Hof), ohne engen Menschenkontakt. Danach folgt eine Zwischenstation (Pflegestelle oder Tierheim) mit Angst. Erst bei Beatrice beginnt sie, sich auf Menschen einzustellen.

Ich verabschiede mich bei Muriel, nachdem ich noch einige weitere Gedanken mit ihr ausgetauscht habe und versprochen habe, ihre Besitzerin alles zu übermitteln.

Wie es weiterging 🌿
Im ausführlichen Nachgespräch ist Beatrice überrascht und bewegt. Sie arbeitet ganztags, bleibt abends oft zu Hause und fühlt sich dadurch jedoch eingeschränkt und frustriert. Sie holte Muriel ins Haus, um abends weniger allein zu sein, wusste jedoch nicht, wie sehr Wohnungskatzen unter Einsamkeit leiden können. Die Unsauberkeit erweist sich als deutliche Botschaft. Beatrice organisiert kurzfristig Unterstützung: Eine ältere Nachbarin verbringt täglich Zeit mit Muriel und freut sich darüber. Die Wirkung ist unmittelbar: Muriel uriniert nicht mehr in die Wohnung. Beatrice stärkt die Beziehung durch feste Rituale, erweitert die Wohnung um erhöhte Plätze und überlegt, eine zweite Katze aufzunehmen, damit Muriel dauerhaft Gesellschaft hat.

 

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