„In Wirklichkeit ist der Tod keine große Sache. Aber die Menschen hängen an ihrem Körper, als wenn es der Einzige wäre.“ (Timothy, Siamkater)

Gestern habe ich eine Sterbebegleitung einer Katze mit Hilfe der Tierkommunikation durchgeführt. Vielleicht möchtest du wissen, was das ist und wie es geht? Gern lasse ich dich teilhaben an diesem Teil meiner Arbeit. Wenn du denkst, dass Sterbebegleitung von Tieren etwas sehr Trauriges ist, so kann ich dich beruhigen. Das Gegenteil ist der Fall!

Tiere empfinden den (natürlichen) Tod weniger bedrohlich als wir Menschen. In diesem Beitrag schreibe ich nur von dem natürlichen Ende eines Tieres, das bei Menschen gelebt hat und auf diese Weise seine eigene Entwicklung auf einem anderen Level geführt hat als ein Wildtier, das ja meist einen schnellen Tod hat.

Tiere bereiten sich häufig längere Zeit auf ihren Tod vor und kämpfen meist nicht dagegen an. Auf diese Weise kann ihr Tod ein natürlicher Prozess sein, bei dem die Seele eine wichtige Entwicklung erfährt. Viele Weisheitslehren betonen, dass der Tod der wichtigste Teil des Lebens ist, da diese Schwelle ein Tor zu Bewusstseinserweiterung bietet.

So kommt der Sterbebegleitung von Mensch und Tier eine wichtige Rolle zu. Das Schöne an der Sterbebegleitung ist, dass du Einblicke in das Wesen des Todes erhältst, die dich selbst reifen und wachsen lassen. Die Angst vor dem eigenen Sterben oder dem deiner Angehörigen (Menschen und Tiere) löst sich mehr und mehr auf. Sie weicht einem wachen Bewusstsein darüber, dass das Sterben ein wichtiger, natürlicher Prozess ist, der verstanden werden sollte, dann kann er auch seine Vorzüge entfalten. Wenn dir klar ist, dass ein „in Ruhe sterben können“ einem Tier sehr wichtig ist, kannst du aufhören, das sterbende Tier in seinen letzten Tagen dauernd panisch zum Tierarzt zu bringen, damit es z.B. Infusionen erhält, die sein Leben (und sein Leiden) künstlich verlängern.

Was erfährt die Tierkommunikatorin von einem sterbenden Tier?

Zum einen ist es ja oft nicht so ganz klar, ob das Tier wirklich bereits in einer Sterbephase ist oder ob es sich vielleicht noch erholen kann. So kann die Tierkommunikation klären, ob der Sterbeweg vom Tier bereits eingeschlagen wurde oder es sich „nur“ um eine kritische Phase einer Erkrankung handelt, die vielleicht noch heilbar ist und die auch Behandlung bedarf. Außerdem erfährt die Tierkommunikatorin noch weitere Details wie z.B.:

  • die seelische Befindlichkeit
  • der Zustand des Körpers
  • der Grad an Schmerzen
  • in welcher der fünf Sterbephasen das Tier sich gerade befindet
  • der ungefähre Todeszeitpunkt
  • welche Wünsche das Tier hinsichtlich der Betreuung und Pflege hat
  • ob es dem Besitzer noch etwas mitzuteilen hat.

Und natürlich kann in diesem Tiergespräch auch erfragt werden, welche Wünsche das Tier in Bezug auf aktive Sterbehilfe hat. Vielleicht kann hier etwas ausgehandelt werden, dass dem Tier und dem Besitzer eine Art Richtlinie geben. Zum Beispiel „wenn ich große Probleme mit dem Atmen bekomme, soll Frauchen den Tierarzt holen, dass er mich erlöst“.

Ein typischer Fall einer Sterbebegleitung

Die geliebte Katze Susi einer Kundin machte sich auf zum Sterben. Susi hatte einen Tumor am Darm, der vor 4 Monaten operativ entfernt wurde, daraufhin folgten Monate der Komplikationen und Schmerzen. Nun hatte sie Milztumore und eine Bauchwassersucht. Der Tierarzt gibt Susi nur noch wenige Tage, zum Entsetzen von Susis Besitzerin.

Mit 15 Jahren ist Susi in einem Alter, wo die Lebenserwartung naturgemäß nicht mehr allzu lang ist. Aber gleichzeitig bedeuten 15 gemeinsam verbrachte Jahre auch ein immense Bindung an das Tier. So teilte Susis Besitzerin mir mit, dass allein der Gedanke an das – später – leere Körbchen von Susi sie schier um den Verstand bringen würde.

Susi fragte in der Tierkommunikation, warum ihre Besitzerin soviel Angst hat. „Sterben ist doch gar nicht so schlimm, es sei Teil des Lebens“. Sie selbst sei sehr entspannt, weil ihr Ende, das langsam naht, sie nicht ängstigt, sondern sogar beruhigen würde. Täglich würde sie ein bisschen ruhiger und müder werden, und das sei doch alles nicht bedrohlich. „Was ist denn mit den Schmerzen?“ wollte die Besitzerin wissen. „ich werde wahnsinnig, wenn ich darüber nachdenke, wie weh es ihr tut… ist es nicht sehr egoistisch, das Tier einfach leiden zu lassen? Und wenn ich sie jetzt zum Tierarzt bringe, um Wasser aus dem Bauchraum zu ziehen, könnte dies unsere gemeinsame Zeit um einige Tage verlängern! Vielleicht sollten wir die Milztumore doch nochmal operieren lassen?”

Susi antwortete, dass ihre Schmerzen für sie erträglich seien. Es gäbe einen Druck im Bauchraum, an den sie sich schon gewöhnt hätte. Die Schmerzen nach der OP vor Monaten und als sich ihr Bauchraum entzündete, das sei dagegen wirklich schlimm gewesen und sie wolle keine weitere OP mehr. Ich fragte die Besitzerin, warum sie ihrer Katze nicht zumuten möchte, den langsamen Verfall des Körpers zu „erleben“, während es von Menschen erwartet wird und dem Gesetz entspricht (Euthanasie ist gesetzlich verboten). Sie gab zurück, dass die Katze es doch nicht wissen können, was da mit ihr geschieht. Ihr fehle das Bewusstsein, der Verstand dafür und sie würde daher vielleicht noch mehr leiden. (Leiden durch Mangel von Einsichtsfähigkeit, wie wir es auch bei kranken Kindern empfinden?!)

Ich klärte die Dame auf, dass Tiere in der Regel sogar ein größeres Bewusstsein über den Sterbeprozess haben, als wir Menschen. Dass sie nur völlig anders darauf reagieren. Während Menschen oft depressiv, verzweifelt oder verdrängend mit dem Thema Tod umgehen, leben Tiere einfach ganz normal in ihrem kranken Körper weiter, bis zum letzten Atemzug. Sie genießen das physische Leben bis zum Schluss, soweit es eben geht, ohne zu sich zu beschweren. Dann verlassen sie ihren Körper und setzen unbeirrt ihren Seelenweg fort. Wer ein solch friedliches, natürliches Ende bei einem Tier miterlebt hat, nach einem langen, erfüllten Leben, der ist selbst ein Stück gewachsen. Der bemerkt den Frieden, der damit einhergeht und bleibt selbst in Frieden und Liebe zurück, auch wenn die Trauer und der Abschiedsschmerz gelebt werden wollen und müssen. Auf Dauer bleiben Frieden und Liebe die stärksten Erinnerungen.

Diese Tierkommunikation war ein wichtiger Trost für die Besitzerin der Katze, die dringend Trost und aus meiner Sicht auch ein größeres Bewusstsein und Verständnis benötigte. Sie erkannte, dass ihre Katze sich entspannt verhält, nicht weil sie „physischen Schmerz aus Tapferkeit verdrängt“ oder „weil ihr nicht klar ist, dass sie sterben muss“, sondern weil sie sich gegen den Abschied von ihrem Körper nicht wehrt.

Sie zog daraus Trost und beginnt nun, ihren bislang kopfgesteuerten Lebensweg als Lehrerin an einer Schule um spirituelle, geistige Sichtweisen und Erkenntnisse zu erweitern, mit dem Ziel, ihre große Angst und Verzweiflung vor dem Tod zu lindern.

In meinem Masterkurs Tierkommunikation wird dem Thema Sterben und Sterbebegleitung sowie Tierkommunikation mit den Seelen verstorbener Tiere ein ganzes Wochenende gewidmet.  Es ist ein Thema, dem man sich mit Hilfe unserer tierischen Freunde sehr gut annähern kann. Tiere helfen uns dabei, die Zusammenhänge besser zu verstehen und Angst zu verlieren.

Ich wünsche euch allen, die sich auf den Weg zu mehr Erkenntnis und Verständnis gemacht haben, dass auf diesem Wege viel Frieden und Kraft in euer Leben tritt. :)